Eurythmie

Zur Eurythmie an der Waldorfschule

Die Eurythmie als „sichtbare Sprache“ und „sichtbare Musik“ entstand als neue Bewegungskunst am Anfang des 20.Jahrhunderts, als die Suche nach neuen Werten und Formen alle Kunstrichtungen ergriff. Sie entwickelte sich seit 1912 aus der Zusammenarbeit zwischen Rudolf Steiner und der jungen Tanzschülerin Lory Smits. Bald darauf kamen andere interessierte Menschen dazu und R. Steiners Frau Marie Steiner, Schauspielerin und Sprachgestalterin, setzte sich besonders für die Weiterentwicklung der Eurythmie ein.

„Der Mensch ist eine fertige Form, wie er vor uns steht. Aber diese fertige Form ist aus Bewegung hervorgegangen. Diese fertige Form ist aus sich bildenden und ablösenden Urformen hervorgegangen. Nicht das Bewegte geht aus dem Ruhenden, das Ruhende geht ursprünglich aus dem Bewegten hervor. Und wir gehen zurück zu den Urbewegungen, indem wir die Eurythmie ausbilden.“ (R. Steiner)

Im Jahre 1919 nimmt R. Steiner die Eurythmie in den Lehrplan der neu begründeten Waldorfschule auf und machte erste Angaben für eine altersentsprechende Eurythmie von der ersten bis zur zwölften Klasse. Jede Kunstform kennt drei Schritte, die auch für die pädagogische Eurythmie wesentlich sind:
Das Kennenlernen der einzelnen Elemente der Laut- und Toneurythmie vollzieht sich, den Entwicklungsschritten der Kinder gemäß, in der Unter- und Mittelstufe.
„Alles soll mit Erkenntnis durchdrungen werden“ war R. Steiners Leitmotiv für die Oberstufe. Die Laut und Tongebärden sollen, wie die Raumformen, nicht mehr nur einfach nachgeahmt, sondern in ihrem Ausdruck und Inhalt verstanden werden.
Der eigenständige Umgang mit den erkannten Elementen, die dritte Stufe der Kunstausübung, trägt vollends individuelle Züge und gipfelt im Eurythmieabschluss der 12.Klasse. → Eurythmieabschluss
Von 1921 an entsteht die Heileurythmie als künstlerische Bewegungstherapie.
Bis heute lebt die Eurythmie in diesen drei großen Bereichen: der Bühnenkunst, der Pädagogik und der Bewegungstherapie.

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