Max Frisch: aus den Tagebüchern zum Theater

Es ist der leere Rahmen, der uns zum Sehen zwingt.

THEATERPROJEKTE

  • Theaterprojekte 11/12 Nun Singen Sie Wieder
  • Theaterprojekte 11/12 Die Irre Von Chaillot
  • Theaterprojekte 11/12 Die Lerche
  • Theaterprojekte 8 Klassenspiele der 8. Klassen

„Krabat“ – eine Theaterinszenierung, die es in sich hat. Otfried Preußler hat die alte sorbische Sage zu einem düster packenden Roman verarbeitet. Das Böse zeigt sich darin schonungslos. Der Meister hat einen Pakt mit dem Teufel, dem Gevatter, wie er ihn nennt, geschlossen und jedes Jahr in der Neujahrsnacht muss er ihm seinen Tribut zahlen: ein Müllerbursche stirbt, allein, einsam, auf grausame Weise.

Weiterlesen

Wenn wir dazu übergehen, in gewisser Weise das Intellektualistische in den Unterricht einzuführen, dann fordert das Kind den Gegenpol, das dramatische Element.

R. Steiner

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz.(…) wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen sein werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden; er wird das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen."

F. Schiller aus: Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen

Am Ende der Klassenlehrerzeit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse ein Theaterstück im Klassenverband. Jede Schülerin, jeder Schüler hat in diesem Projekt, das über ein halbes Jahr angelegt ist, eine Rolle zu erarbeiten und beteiligt sich zudem an den zahlreichen Aufgaben, die rund um das Stück zu leisten sind, wie Bühnenmalerei, Kulissenbau, Kostümgestaltung, Programmheftherstellung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Jugendlichen werden bei ihrer Arbeit an dem umfangreichen Projekt vom Klassenlehrer, den Kunstlehrern, der Lehrerin für Modedesign und der Sprachgestaltungs - und Schauspiellehrerin der Schule betreut. Bei der Auswahl des Theaterstückes wird besonderen Wert darauf gelegt, dass es inhaltlich zum Entwicklungsstand der Klasse passt und von künstlerischem Wert in Bezug auf die Sprache und den Inhalt ist, sodass es die Möglichkeit für eine individuelle sowie gemeinschaftliche Entwicklung bietet.
Das Besondere an diesem umfangreichen Projekt ist, dass selbstverständlich jeder Schüler, jede Schülerin daran teilnimmt und in den spielerischen Prozess eingebunden wird. Selbstvertrauen und Mut über den eigenen Schatten zu springen, um sich bei der Arbeit auf der Bühne zu bewähren, sind die Voraussetzung für einen gelungenen Gruppenprozess. Kritikfähigkeit und Toleranz, Aufmerksamkeit ,Geduld und ein liebevoller Blick für den anderen werden ebenso erübt wie schauspielerischer Ausdruck in Mimik, Gestik und Gebärde, Selbstwahrnehmung, Bühnensprache und der vertiefende Umgang mit der literarischen Vorlage.
Durch den Klassenlehrer und den Theaterpädagogen findet die Rollenverteilung statt. Bei der Besetzung stehen vor allem pädagogische Motive im Vordergrund. Die künstlerisch-pädagogische Arbeit an dem Theaterstück hat zum Ziel neue Entwicklungswege zu eröffnen und die Jugendlichen in ihrem Identitätsempfinden zu stärken. Sie erhalten die Möglichkeit sich selbst, die Gemeinschaft und Aspekte des Lebens und Handelns kennen zu lernen oder auch neu zu betrachten. Wesentlich ist dabei der Erfahrungsraum der Bühne, da das Spiel mit anderen unser persönliches Wirken in einen neuen Kontext stellt und ständig hinterfragt werden muss. Die Gestaltung einer Rolle erlaubt erst einmal Abstand zu nehmen zur eigenen Situation, um sich dann in der Erarbeitung eines fremden Charakters neu zu begegnen.

Theaterprojekte der 8. Klassen waren unter anderem:

Jahr Theaterprojekt von Regie Bühne Kostüme Musik
1992 Ein Bürger als Edelmann Molìere R. Marks W. Geister J. Teichmann  
1993            
1994 Ein Sommernachtstraum W. Shakespeare R. Marks Ch. Geister J. Teichmann  
1995 Käthchen von Heilbronn H. Kleist R. Marks R. Haensel J. Teichmann  
1996 Der Alpenkönig und der Menschenfeind F. Raimund R. Marks Ch. Geister J. Teichmann  
1997 Wilhelm Tel F. Schiller R. Marks R. Haensel J. Teichmann  
1998 Gudrun R. Marks R. Marks Ch. Geister J. Teichmann  
1999 Das Haus der Temperamente J. Nestroy B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2000 Krabat O. Preußler B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2001 Anatevka Bock/Stein B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  C. Hecht
2002 Glückspeters Reise A. Strindberg B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2003 Ein Sommernachtstraum W. Shakespeare B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2004 Der Revisor N. Gogol B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  
2005 Das Gauklermärchen M.Ende B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  
2006 Cyrano de Bergerac E. Rostand B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2007 Viel Lärm um Nichts W. Shakespeare B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  
2008 Kaspar Hauser   B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  
2009 Ab heute heißt du Sara V. Ludwig/ D. Michel B. Lauffer Ch. Geister J. Teichmann  
2010 Was ihr wollt W. Shakespeare B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2010 1848-Die Geschichte von Jette und Frieder W. Shakespeare B. Lauffer R. Haensel J. Teichmann  
2011 Der Chronist der Winde nach Henning Mankell   Ch. Geister    
2013 Timm Thaler nach James Krüss S. Rozentuller R. Haensel    
2014 Der Drache J. Schwarz S. Rozentuller R. Haensel    
2015 Krabat | "Krabat" - Theaterprojekt der 8. Klasse - Schuljahr 14/15 nach Otfried Preußler S. Rozentuller R. Haensel    J. Kulle
2016 Momo nach M. Ende S. Rozentuller Ch. Geister    
2017 Die Kinder des Monsieur Mathieu   S. Rozentuller Ch. Geister    

"Das Achtklassstück war für uns eine spannende, interessante, lehrreiche aber auch anstrengende Erfahrung. Doch wir haben diese schwierige Zeit mit Humor gemeistert. Wir lernten, wie man vor einem Publikum singt und schauspielert und wurden zu anderen Menschen, sobald wir die Bühne betraten und der Vorhang sich öffnete. Wir versuchten alle, diese Prüfungen gemeinsam zu bestehen und das haben wir auch geschafft."

(Schülerstimmen 2009)

Das Stück Wellenschläge basiert auf dem Roman Die Welle von Morton Rhue und thematisiert den damaligen Massensog im nationalsozialistischen Reich. Die Welle beruht auf einer wahren Begebenheit und ist somit nur zum Teil Fiktion.
Die Geschichte spielt sich in einer High School in Amerika ab, in der der Geschichtslehrer Ben Ross mit seiner Klasse gerade das Thema Nationalsozialismus durch nimmt und auf Fragen stößt wie: ,,Wie konnten die Menschen damals nur alle einem Führer folgen?,“oder ,,Wie kommt es, dass keiner etwas von den KZs gewusst haben will?“ Da er keine Antworten findet, die seine Schüler befriedigen, beschließt er ein Experiment mit seiner Klasse durchzuführen, in dem er nach und nach die Schüler ihrer Individualität beraubt und selbst zum Anführer der Truppe wird. Anfangs scheint alles nur ein Spiel und die Schüler beginnen die neuen Unterrichtsregeln zu mögen und fühlen sich schon bald als eine starke, anderen überlegene Gemeinschaft. Nur ein Mädchen namens Laurie Saunders beginnt Ben Ross Wandlung zu hinterfragen und versucht „Die Welle“, wie sich die Schülergemeinschaft nun nennt, mit allen Mitteln zu stoppen. Während des Unterrichts „Die Welle“ zu sein, beginnt den Schülern nicht mehr zu reichen. Vorfälle, die zeigen, dass das Experiment schon längst außer Kontrolle geraten ist, beginnen sich zu häufen.
(Miriam P.)

→ Hier das Programmheft

Überblick über die Theaterprojekte der 12./ 11. Klassen

- und Links zu einigen Bildergalerien -

Jahr Theaterprojekt von Klasse Regie Bühne Kostüme Musik
1989 Der Drache Jewgeni Schwarz 12 R. Marks R. Haensel Lierse  
1990 Die Irre von Chaillot Jean Giraudoux 12 R. Marks W. Geister Lierse  
1991 Der Gesang im Feuerofen Carl Zuckmayer 12 R. Marks W. Geister Lierse  
1992 Ein Traumspiel August Strindberg 12 R. Marks W. Geister J. Teichmann  
1993 Der Rattenfänger Carl Zuckmayer 12 R. Marks R. Haensel J. Teichmann  
1994 Kabale und Liebe Friedrich Schiller 12 R. Marks R. Haensel J. Teichmann  
1995 Jeanne oder die Lerche Jean Anouilh 12 R. Marks C. Geister J. Teichmann  
1996 Eli Nelly Sachs 12 R. Marks C. Geister J. Teichmann  
1997 Der Besuch der alten Dame Friedrich Dürrenmatt 12 B. Quistorp + E. Göbel R. Haensel J. Teichmann  
1998 Der Belagerungszustand Albert Camus 12 Disselhorst R. Haensel J. Teichmann  
1999 Des Teufels General Carl Zuckmayer 12 Disselhorst R. Haensel J. Teichmann  
2000 Wir sind noch einmal davongekommen Thornton Wilder 12 S. Unglaub + A. Kupisch C. Geister J. Teichmann  
2001 Die Nashörner Eugène Ionesco 12 J. Teichmann   J. Teichmann  
2002 Die Hexenjagd Arthur Miller 12 J. Teichmann C. Geister J. Teichmann C. Hecht
2003 Kein Krieg in Troja Jean Giraudoux 12 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann  
2004 Die Physiker Friedrich Dürrenmatt 12 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann  
2005 Die Dreigroschenoper Bertolt Brecht 12 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann C. Hecht
2006 Der Gesang im Feuerofen Carl Zuckmayer 12 J. Teichmann C. Geister J. Teichmann  
2007 Wellenschläge/ Die Welle Morton Rhue 11 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann  
2008 Lysistrata Aristophanes 11 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann  
2009 Die Physiker Friedrich Dürrenmatt 11 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann  
2010 Frühlingserwachen Frank Wedekind 11 J. Teichmann C. Geister J. Teichmann  
2011 Der Besuch der alten Dame Friedrich Dürrenmatt 11 J. Teichmann C. Geister J. Teichmann  
2012 Der Kaukasische Kreidekreis Bertholt Brecht 11 J. Teichmann R. Haensel J. Teichmann C. Hecht
2013 Die Hexenjagd Arthur Miller 11TH Nefzger R. Haensel K. Schmierer + V. Thiere C. Hecht
2013 Figaro lässt sich scheiden Ödön von Horwarth 11WH Nefzger R. Haensel K. Schmierer + V. Thiere  
2014 Jeanne oder die Lerche Jean Anouilh 11 S. Rozentuller C. Geister S. Harton  
2015 Ein Sommernachtstraum William Shakespeare 11 S. Rozentuller C. Geister S. Harton  
2016 Nun singen sie wieder Max Frisch 11 S. Rozentuller R. Haensel S. Harton  
2017 Don Karlos Friedrich Schiller 11 S. Rozentuller C. Geister S. Harton  
2018 Faust I Johann Wolfgang von Goethe 12 S. Rozentuller R. Haensel S. Harton C. Hecht