Postkarte an die Lehrer

Postkarte aus Italien von Schüler*innen der 13. Klasse 2018

Liebe Lehrer,

nun ist es schon ein Jahr her, dass wir aus der Schule heraus sind und noch immer hocken wir wie die Glucken aufeinander.Darum dachten wir uns, wir spielen noch einmal Klassenfahrt mit Jeremias als Ehrenmitglied. Damit das Klassenfahrtfeeling auch so richtig aufkommt, ging es, recht unkomfortabel, mit dem Bus nach Italien. Fürs abzuarbeitende Kulturprogramm mussten wir nun selber sorgen. Unsere Wahl fiel auf die "Carmina Burana" im Amphitheater von Verona. Dank unserer fundierten Musiktheoriekenntnisse und der englischen Untertitel waren wir auch in der Lage Bruchstücke zu verstehen. Und tatsächlich hat es uns sehr gut gefallen. Der künstlerische Teil unserer "Bildungsreise" bestand aus einer genauen Analyse der Architektur von Venedigs Arkaden und Kanälen. Unsere Deutsch- und Geschichtskenntnisse konnten wir bei der Grammatikkorrektur von Infotafeln und beim Lesen von eben diesen unter Beweis stellen. Wie auf Klassenfahrten so üblich, ging es natürlich nicht ohne ein paar Streitereien und einem gewissen Alkoholkonsum. Da wir ja aber in Bio gelernt haben, dass Alkohol gar nicht so schnell von den Enzymen abgebaut wird, hatten wir auch nur manchmal einen Kater. Dieser führte in Kombination mit unseren fehlenden Italienischkenntnissen und der Tatsache, dass viele Italiener kein Englisch sprechen können, zu einigen Kommunikationsschwierigkeiten. Wenn aber gar nicht mehr half, konnte man sich immer noch mit einem "Excusez-moi, je n´ai pas compris" und einem charmanten Lächeln aus der Situation retten. Wir haben es auch einmal mit dem Singen der "Champs Elyees" versucht. Leider fanden die Italiener diesen Versuch, unsere Unwissenheit zu kaschieren, ebenso wenig amüsant wie Frau Weinitschke. Aber wenigstens haben sie nicht aus Protest den Raum verlassen. Auch unsere mathematischen Fähigkeiten kamen zum Einsatz. Nämlich um den prozentualen Anteil an Hackfleischkonsum zu ermitteln. Simon lag übrigens vorne. Ansonsten haben wir unsere Zeit mit Kartenspielen und Essen verbracht. Mit allen wieder wieder so dicht aufeinander zu hocken, war nicht nur unterhaltsam, sondern mitunter auch anstrengend. Da man vielleicht zu sehr an die Schulzeit erinnert wurde. Dennoch war dies nicht so abschreckend, dass wir beschließen würden, nichts mehr miteinander zu unternehmen.

Lieber Grüße von der 13. Klassen 2018