KONZERT UND LEBENSBILD - AEHAM AHMAD

Mittwoch | 11. Dezember 2019 | 19:30 Uhr | Festsaal

Palästinensisch-syrischer Pianist, ausgezeichnet mit dem Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte
stART international e.V. spricht einführend über die Bedeutung von Kunst in der internationalen Nothilfe und für das soziale Miteinander
Eine Kunst für Frieden Veranstaltung
11. Dezember 2019 • 19.30 Uhr
Festsaal der Freien Waldorfschule Göttingen
Arbecksweg 1 • 37077 Göttingen
Eintritt frei • Um Spenden wird gebeten

Aeham Ahmad wuchs als Sohn palästinensischer Flüchtlinge im Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus, Syrien auf. Seit seinem fünften Lebensjahr lernte er Klavier spielen. Von 2006 bis 2011 studierte er an der musikalischen Fakultät der Baath-Universität in Homs. Internationale Bekanntheit erlangte der palästinensisch-syrische Pianist 2014/2015 durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk als »Pianist in den Trümmern« während des Bürgerkriegs in Syrien. Nachdem das Flüchtlingslager im April 2015 von den Kämpfern des »Islamischen Staates« eingenommen worden war, zerstörten diese bei einer Kontrolle sein Klavier. In dieser Situation entschied er sich, seine Heimat zu verlassen. Am 2. August 2015 floh er aus Jarmuk und kam über Izmir, Lesbos und die Balkanroute nach Deutschland.

Aeham Ahmad lebt mit seiner Familie in Wiesbaden, er gibt bundesweit Konzerte und erhebt seine Stimme für all die Menschen, die weiterhin unter dem Bürgerkrieg in Syrien oder unter Heimatverlust leiden. Seine Sprache ist die Kunst. Seine Musik hat Menschen im Flüchtlingslager von Jarmuk versammelt und erleben lassen, dass der menschliche Geist und der Überlebenswille unbesiegbar sind.
Autobiografie: Aeham Ahmad: Und die Vögel werden singen. Ich – der Pianist aus den Trümmern. Fischer Verlag 2017

stART international e.V. und Aeham Ahmad verbindet
die Überzeugung, dass Kunst gerade dort unverzichtbar ist, wo Menschen existentielle Verluste erleben oder durch Krisen zu einem Neuanfang gezwungen werden. Der künstlerische Ausdruck entlastet und befreit, er ermöglicht ein seelisches Überleben nach der Erfahrung von Ohnmacht.
Kunst für Frieden
Kunst und Krieg oder Kunst und Leid: das wirkt wie ein unüberbrückbarer Widerspruch, fast anmassend. Und doch wird in der Begegnung mit Aeham Ahmads Klavierspiel das künstlerische Miterleben im Zuhören, im inneren Mitgehen zu einer Brücke, die dem eigenen Gefühl hilft, an das Leben anzuschliessen; die einen trotz komplizierter Thematik, trotz schlimmster Dramatik Weiter-Atmen und einen Hoffnungsfaden ergreifen lässt. Laut steht neben leise, Drama neben Spiel, scheinbar unvereinbare Gegensätze berühren sich, mischen sich, verschmelzen miteinander. Wir werden Teil von ihnen, sie Teil von uns.

Viele halten ihn für wahnsinnig, manche dachten das immer. Die Menschen hungern, und er macht Musik. Aber es ist ja mehr als das, es geht ums Prinzip, darum, dass er sich diesem Krieg, der Herrschaft des Todes und der Gewalt einfach verweigert, dass er festhält, an dem, was der Mensch in seinen besten Momenten ist: empfindsam für Schönheit. Und für seinen Nächsten. Er ist ein Künstler im besten Sinne.
– Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung, 2015

Aeham Ahmads Geschichte zeigt, dass Beethovens Freiheitswille und sein Glaube an die Kraft der Musik bis in unsere Gegenwart nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.
– Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Preisverleihung 2016

Yarmouk ist immer noch belagert, und keine Hilfsorganisation kommt hinein, um Lebensmittel zu verteilen. Das Lager ist aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Und das ist meine Botschaft: dass man an diese Menschen denkt, und dass die Welt endlich wieder darüber spricht.
– Aeham Ahmad, ARD, Tagesschau, 2015

hier können Sie sich den Flyer herunterladen
hier geht es zur Homepage von Aeham Ahmad
hier geht es zur Homepage von stART international e.V.

Weiter Links zu Artikel über Aeham Ahmad:

Auszeichnung der ZDF-Dokumentation über Aeham Ahmad beim „Golden Prag Festival“ (Wiesbadener Kurier, 3. Januar 2017)
Artikel über Aeham Ahmad in der New York Times (englisch) vom 6. August 2016
Artikel über Aeham Ahmad auf der Website der Nachrichtenagentur AFP (englisch) vom 20. Mai 2016
TV-Beitrag in News Room Tokyo, November 20, 2018

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