Fächerangebot

Arbeitskunde

Arbeitskunde Klasse 8 bis 12

Elternhaus - Schule - Beruf: So ist die normale Abfolge. Während aber das Elternhaus in der Schulzeit noch erhalten bleibt, sind Schule und Beruf in unserem Bildungssystem meistens scharf getrennt. Diese Trennung hat zum Teil negative Seiten: Jugendliche leiden als “Nur-Schüler“ bisweilen unter dem Gefühl, in einem goldenen Käfig zu sitzen. Denn sie spüren ihre eigene Leistungsfähigkeit und das Bedürfnis nach Verantwortlichkeiten die über das Nur-Schulische hinausgehen. Andererseits fehlt in vielen Berufsausbildungen der Freiraum zu den noch notwendigen inneren Bildungsprozessen. Ideal wäre für so manchen Jugendlichen also eine Verbindung von Schule und Berufswelt.
Mit dem Konzept des Faches Arbeitskunde versucht unsere Schule diesem Ideal näher zu kommen. Dieses Fach soll besonders den Schülern gerecht werden, die am Ende der Mittel­stufe oder zu Beginn der Oberstufe des Schreibtisches müde werden und einen praktischen Anstoß brauchen, um ihre Begabungen voll ausschöpfen zu können. Der Einstieg in die Arbeitskunde setzt den Ausstieg aus dem Französischunterricht voraus.
Zur Arbeitskunde gehören:
- regelmäßige Betriebsbesichtigungen
- Bewerbungstraining
- individuelle Beratungsgespräche für einen Berufsfindungsprozess
- jährliche Berufsfindungspraktika ab Klasse 10 mit entsprechender Vorbereitung und Auswertung
Die Arbeitskunde-Schüler erhalten Berufskunde-Unterricht und einen erweiterten Sozial- und Wirtschaftskunde-Unterricht.
Seit dem Schuljahr 2016/2017 betreiben die Arbeitskunde-Schüler ein Schüler-Unternehmen die "Backwelt“.
In Konferenzen konnte u.a. festgestellt werden, dass die Konkretisierung einer Berufsperspektive die Lernmotivation der Arbeitskunde-Schüler steigert.

Aufbau und Fächerangebot

AUFBAU und FÄCHERANGEBOT der WALDORFSCHULE

Die Waldorfschule ist eine einzügige Gesamtschule, an der alle staatlichen Abschlüsse abgelegt werden können.

Von der ersten bis zur sechsten Klasse werden die SchülerInnen von dem Klassenlehrer/in geführt, der alle Wissensgebiete in 3-4 wöchigen Epochen, unterrichtet, die jeweils einander abwechseln. Dieser Hauptunterricht dauert jeden Morgen 110 Minuten und wird in den unterschiedlichen Klassen durch altersgemäße Projekte wie Land- oder Hausbau ergänzt.
Auch die Fremdsprachen Englisch und Französisch finden integriert in den Hauptunterricht oder auch als Fachunterricht bereits statt. Hinzu kommen weitere Fachstunden in Handarbeit und Eurythmie, Sport, Musik und Malen. Im Gegensatz zum Hauptunterricht, in dem der Klassenlehrer mit der gesamten Klasse arbeitet, werden die Schüler in den Fachunterrichten oft als halbe Klasse unterrichtet. Ausflüge und kurze Klassenfahrten runden das Geschehen im Unterricht ab und unterstützen die Bildung einer sozialen Gemeinschaft.
In der fünften und sechsten Klasse treten als weitere Fächer Werken und Gartenbau hinzu, die in Kleingruppen unterrichtet werden um die individuelle Förderung der Kinder zu gewährleisten. Auch besteht die Möglichkeit nun an dem Mittelstufenchor oder -orchester teilzunehmen.
Nach dem Ende der sechsten Klasse, dem Beginn der Pubertät, erfolgt oft ein Wechsel des Klassenlehrers: ein mit der Mittelstufenpädagogik besonders gut vertrauter Kollege übernimmt die Betreuung der Klasse und wird im Unterricht der sich stärker spezialisierenden Inhalte zunehmend von Fachkollegen aus der Oberstufe unterstützt so z. B. in Chemie oder Physik.
In der 8. Klasse stehen für jeden Schüler neben dem Epochen- und Fachunterricht zwei größere Projekte an, die jeweils einen festlichen öffentlichen Abschluss im Saal finden: die Abschlussarbeit und das Theaterprojekt.
Während sich der Schüler das Thema der Abschlussarbeit individuell wählt und sowohl praktisch als auch schriftlich selbständig daran arbeitet, stellt das Theaterprojekt eine Gemeinschaftsarbeit dar, in der neben dem Einsatz in den unterschiedlichen Rollen jeder Schüler auch noch eine Aufgabe in den Backstagegruppen, z. B. bei der Erarbeitung von Programmheft, Kostümen oder Kulissen übernimmt. Die abendliche Aufführung bildet stets einen Höhepunkt der 8. Klasse!


In der 9. Klasse, mit der die Oberstufe in der Waldorfschule beginnt, übernehmen zwei Klassenbetreuer die pädagogische Begleitung der Schüler. Die 3-4 wöchigen Epochen unterschiedlicher Unterrichtsgebiete werden beibehalten, nun aber von den verschiedenen Fachlehrern gegeben. Es finden Epochen in Geologie, Biologie, Geschichte, Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie und als Besonderheit der Waldorfschule in Kunstgeschichte statt.
Gleichzeitig liegen im Nachmittagsunterricht 6 wöchige Epochen, deren Inhalte künstlerisch-handwerklich oder praktisch-naturwissenschaftlich oder sportlich ausgerichtet sind, und die teils als Pflicht-, teils als Wahlpflichtkurse unterrichtet werden.
Auch kommen in jeder Oberstufenklasse ca. 2-3 wöchige Praktika hinzu, die die Entwicklung der Schüler ihrer Entwicklung entsprechend in unterschiedlichen Bereichen fördern. So findet in der 9. Klasse ein Landwirtschaftspraktikum, in der 10. Klasse ein Feldmesspraktikum statt. Weiterhin sucht sich jeder der Schüler in der 10. Klasse einen Platz in einem Betrieb, um die Arbeitswelt, eventuell bereits im Hinblick auf seinen Berufswunsch kennen zu lernen.
In der 11. Klasse findet ein weiteres Praktikum, das Sozialpraktikum, statt und die ersten beiden Teile des vierteiligen „Waldorfabschlusses“, der aus der Studienfahrt, dem Eurythmieabschluss, einer Projektarbeit und dem Theaterprojekt besteht.
Zuerst wird ein Theaterstück als Gemeinschaftsprojekt mit der gesamten Klasse erarbeitet und öffentlich aufgeführt; und demgegenüber erstellen die Schüler eine individuelle Projektarbeit zu einem Thema ihrer Wahl, die der Altersstufe entsprechend den Charakter einer Facharbeit hat.
In der 12. Klasse erfolgt die Aufführung eines gemeinsam gestalteten Eurythmieabschlussesund als letzte gemeinschaftliche Unternehmung des gesamten Klassenverbands findet die Studienfahrt statt, die meist einen künstlerisch- kulturellen Schwerpunkt hat.
In der Regel nach den Herbstferien beginnt für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die das Abitur in der 13. Klasse anstreben in entsprechenden Epochen und vor allem den Fachunterrichten die Vorbereitung auf das Abitur. Die Schülerinnen und Schüler, die den Realschulabschluss anstreben, werden weitgehend in ihrer homogenen Lerngruppe unterrichtet und auf den SEK I-Abschluss vorbereitet.
Als Abschluss-Angebot vor den mündlichen Prüfungen bieten die Sportlehrer den Schülerinnen und Schülern der 13. Klasse eine Wildwasser-Abschluss-Fahrt nach Österreich an, die in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung, aber auch einen gelungenen Abschluss der gemeinsamen Schulzeit darstellt.

Gartenbau

Das Fach wird von der 6. bis zur 10. Klasse gegeben. In den Klassen 6./7./8. erhalten die Schüler ganzjährig pro Woche eine Doppelstunde Gartenbau. In der Oberstufe (9./10. Kl.) findet der Unterricht epochal und nachmittags statt. Während einer etwa siebenwöchigen Epoche erhalten die Schüler pro Woche sechs Stunden Gartenbau. Der Schulgarten wird biologisch bewirtschaftet und liegt direkt am Schulhaus.

Kunstgeschichte

Das Fach KUNSTGESCHICHTE

Ab der 9. Klasse wird jährlich eine Epoche unterrichtet, in der das Betrachten von Kunstwerken, deren Analyse und Interpretation erlernt wird. Es wird ein Eintauchen in verschiedene Kunstepochen, Stile und deren Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig ein Einblick in die jeweiligen Kulturepochen gegeben. So ist dieses Fach eine sehr gute Möglichkeit, die Themen des stärker praktisch betonten Kunstunterrichts zu vertiefen.

Sozialkunde

Der Unterricht orientiert sich an der Herausforderung, sich in die bestehende Zeitsituation in einer solchen Weise hineinzufinden, dass man in ihr leben und tätig sein kann und sich gleichzeitig nicht in ihr als gegebener Norm verliert, sondern sich der menschenabhängigen Veränderbarkeit dieser zeitgebundenen Verhältnisse bewusst wird.

Die Kenntnis und Reflexion von Grundzügen der gegenwärtigen Ordnungen im politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und allgemeinen gesellschaftlichen Umfeld ermöglicht einen selbstsicheren sowie kritik- und handlungsfähigen Umgang mit ihnen.
Neben der Beschäftigung mit dem Gewordenen soll die Betrachtung von in der Vergangenheit oder der Gegenwart geschaffenen Projekten, Modellen und gesellschaftlichen Alternativkonzepten eine vertiefte innere Auseinandersetzung anregen, aus der sich ein erstes aktives Engagement entwickeln kann (10. und 11. Klasse).