Theaterprojekte

Krabat

Krabat

„Krabat“ – eine Theaterinszenierung, die es in sich hat. Otfried Preußler hat die alte sorbische Sage zu einem düster packenden Roman verarbeitet. Das Böse zeigt sich darin schonungslos. Der Meister hat einen Pakt mit dem Teufel, dem Gevatter, wie er ihn nennt, geschlossen und jedes Jahr in der Neujahrsnacht muss er ihm seinen Tribut zahlen: ein Müllerbursche stirbt, allein, einsam, auf grausame Weise.
Keiner der Gesellen findet einen Weg fort von der Mühle, denn durch einen Vertrag sind sie für immer an den Meister gebunden. Einen Weg gibt es allerdings, den Meister der schwarzen Magie zu besiegen, die Liebe eines Mädchens, das stark genug ist, dem Meister standzuhalten. Doch dieser Weg ist schwer und viele sind daran gescheitert und haben ihren Versuch, den Liebsten zu befreien, mit dem Tod bezahlt.

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„Krabat“ – eine Theaterinszenierung, die es in sich hat. Otfried Preußler hat die alte sorbische Sage zu einem düster packenden Roman verarbeitet. Das Böse zeigt sich darin schonungslos. Der Meister hat einen Pakt mit dem Teufel, dem Gevatter, wie er ihn nennt, geschlossen und jedes Jahr in der Neujahrsnacht muss er ihm seinen Tribut zahlen: ein Müllerbursche stirbt, allein, einsam, auf grausame Weise.

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Wenn wir dazu übergehen, in gewisser Weise das Intellektualistische in den Unterricht einzuführen, dann fordert das Kind den Gegenpol, das dramatische Element."
R. Steiner

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz.(…) wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen sein werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden; er wird das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwierigern Lebenskunst tragen."
F. Schiller aus: Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen

Am Ende der Klassenlehrerzeit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse ein Theaterstück im Klassenverband. Jede Schülerin, jeder Schüler hat in diesem Projekt, das über ein halbes Jahr angelegt ist, eine Rolle zu erarbeiten und beteiligt sich zudem an den zahlreichen Aufgaben, die rund um das Stück zu leisten sind, wie Bühnenmalerei, Kulissenbau, Kostümgestaltung, Programmheftherstellung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Jugendlichen werden bei ihrer Arbeit an dem umfangreichen Projekt vom Klassenlehrer, den Kunstlehrern, der Lehrerin für Modedesign und der Sprachgestaltungs - und Schauspiellehrerin der Schule betreut. Bei der Auswahl des Theaterstückes wird besonderen Wert darauf gelegt, dass es inhaltlich zum Entwicklungsstand der Klasse passt und von künstlerischem Wert in Bezug auf die Sprache und den Inhalt ist, sodass es die Möglichkeit für eine individuelle sowie gemeinschaftliche Entwicklung bietet.
Das Besondere an diesem umfangreichen Projekt ist, dass selbstverständlich jeder Schüler, jede Schülerin daran teilnimmt und in den spielerischen Prozess eingebunden wird. Selbstvertrauen und Mut über den eigenen Schatten zu springen, um sich bei der Arbeit auf der Bühne zu bewähren, sind die Voraussetzung für einen gelungenen Gruppenprozess. Kritikfähigkeit und Toleranz, Aufmerksamkeit ,Geduld und ein liebevoller Blick für den anderen werden ebenso erübt wie schauspielerischer Ausdruck in Mimik, Gestik und Gebärde, Selbstwahrnehmung, Bühnensprache und der vertiefende Umgang mit der literarischen Vorlage.
Um einen guten Einstieg zu ermöglichen wird zu Beginn der Arbeit eine dreiwöchige Schauspielepoche erteilt, d. h. über einen Zeitraum von drei Wochen erhalten die Schülerinnen und Schüler einen fundierten Einblick in die Bühnen- und Kostümgestaltung und sie wagen erste Schritte im Darstellerischen auf der Bühne.
Nach dieser Epoche findet die Rollenverteilung durch den Klassenlehrer und die Spielleiterin statt. Bei der Besetzung stehen vor allem pädagogische Motive im Vordergrund. Die künstlerisch-pädagogische Arbeit an dem Theaterstück hat zum Ziel neue Entwicklungswege zu eröffnen und die Jugendlichen in ihrem Identitätsempfinden zu stärken. Sie erhalten die Möglichkeit sich selbst, die Gemeinschaft und Aspekte des Lebens und Handelns kennen zu lernen oder auch neu zu betrachten. Wesentlich ist dabei der Erfahrungsraum der Bühne, da das Spiel mit anderen unser persönliches Wirken in einen neuen Kontext stellt und ständig hinterfragt werden muss. Die Gestaltung einer Rolle erlaubt erst einmal Abstand zu nehmen zur eigenen Situation, um sich dann in der Erarbeitung eines fremden Charakters neu zu begegnen.

Theaterprojekte der 8. Klassen waren unter anderem:

1999 Das Haus der Temperamente - J. Nestroy
2000 Krabat - O. Preußler
2001 Anatevka - Bock/Stein
2002 Glückspeters Reise - A. Strindberg
2003 Ein Sommernachtstraum - W. Shakespeare
2004 Der Revisor - N. Gogol
2005 Das Gauklermärchen - M.Ende
2006 Cyrano de Bergerac - E. Rostand
2007 Viel Lärm um Nichts - W. Shakespeare
2008 Kaspar Hauser
2009 Ab heute heißt du Sara - V. Ludwig/ D. Michel
2010 Was ihr wollt- W. Shakespeare
2010 1848-Die Geschichte von Jette und Frieder
2011 Der Chronist der Winde - nach Henning Mankell
2012
2013 Timm Thaler - nach James Krüss
2014 Der Drache - J. Schwarz
2015 Krabat - nach Otfried Preußler
2015 Momo - nach M. Ende
2017 Die Kinder des Monsieur Mathieu

"Das Achtklassstück war für uns eine spannende, interessante, lehrreiche aber auch anstrengende Erfahrung. Doch wir haben diese schwierige Zeit mit Humor gemeistert. Wir lernten, wie man vor einem Publikum singt und schauspielert und wurden zu anderen Menschen, sobald wir die Bühne betraten und der Vorhang sich öffnete. Wir versuchten alle, diese Prüfungen gemeinsam zu bestehen und das haben wir auch geschafft." (Schülerstimmen 2009)