Waldorfschüler spenden Spielzeugdorf

Göttingen, 16. Juni 2017

Die Schülerinnen Mila und Pauline aus der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Göttingen überreichen Flüchtlingskindern in der Vorschule des Grenzdurchgangslager Friedland ein Spielzeugdorf aus Holz.
Pastor Thomas Harms freut sich. Schüler in der Vorschule im Grenzdurchgangslager in Friedland mit selbstgebauten Spielzeugspenden zu begrüßen, ist schon etwas Besonderes. Gemeinsam mit der Betreuerin Frau Karim und den Kindern packen sie die kleinen Kunstwerke aus.
Die Idee für diese Spende hatte Christiane Pröhl, die Werklehrerin der Waldorfschule. Während die Achtklässler im Werkunterricht aus gut abgelagerten Schnitzhölzern sich beim Schnitzen übten, entstanden fantasievolle Holzobjekte zum anfassen. Als Thema wählten die Schülerinnen und Schüler „Das Haus“. Aus den 24 Objekten unterschiedlicher Größe ist dann ein richtiges kleines Dorf entstanden, von der Kirche bis zum Baumhaus.
„Die Spende wird nicht nur in der Vorschule bespielt werden. Das Dorf wird auch mal in die Schule nebenan wandern.“ so Pastor Harms. Der Besuch war auch eine gute Gelegenheit, sich Kennenzulernen. Über Ideen für weitere Unterstützungsaktionen, und auch sich im Rahmen der Sozialpraktika in der 11. Klasse hier einbringen zu können, werden in den nächsten Wochen und Monaten miteinander ausgetauscht werden.
Die Kinder im Grenzdurchgangslager Friedland, die alle verbindet, dass sie ihr Zuhause in Dörfern oder auch in Städten verloren haben, werden sicherlich viel Freude mit ihren neuen Spielsachen haben.
Auf dem Bild v.l.n.r: Pastor Thomas Harms, Mila, Pauline, Frau Karim
Fotos © Katharina Wyss
Foto
Waldorfschüler spenden Dorf
Auspacken I
Auspacken II
Aufbau des Dorfes
Das Dorf
Detail

Wettbewerb "Ideen machen Schule"

Beim Wettbewerb "Ideen machen Schule" der PSD Bank Braunschweig eG haben wir für das "Handlungsprojekt: Bereich Tierhaltung" 2.300.- € erhalten.

Auszug aus dem Artikel:

"Die Freie Waldorfschule in Weende will mit den Kindern der 3. und 4. Klasse Gehege und Ställe für Hühner und Laufenten auf dem Schulgelände bauen. Die Kinder sollen lernen, verantwortungsvoll Tiere zu pflegen. Für diese Idee bekommt die Schule 2300 Euro."

Urkunde
GT-Aus der Region

GT-21.02.2017-Zeitzeugen-Projekt über Flucht

Zeitzeugen-Projekt über Flucht mit aktuellem Bezug

Waldorfschule unterrichtet als Privatschule sechs Geflüchtete ohne Schulgeld/ Erzählungen beeindrucken Mitschüler

VON ULRICH SCHUBERT 

WEENDE. "Ja, es ist gut hier, alle Schüler sind nett", sagt Awet. Gerade hat der 18-Jährige im Geschichtsprojekt von seiner Flucht aus Eritrea erzählt - durch die Sahara und übers Mittelmeer, mehrfach am Leben bedroht. Er ist einer von sechs Flüchtlingen an der Göttinger Waldorfschule. Ihr Schulgeld trägt die Privatschule.
"Wir waren uns schnell einig, dass wir auch Flüchtlingskinder aufnehmen", sagt Michael Hänel, Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Freien Waldorfschule. Ganz selbstverständlich sei das zunächst nicht gewesen. Die Eltern der Waldorf-Kinder zahlen Schulgeld, sie müssen den ausbleibenden Beitrag mit tragen. Denn die Jugendhilfe Süd-Niedersachsen kann kein Schulgeld zahlen, erklärt die Fachbereichsleiterin Yvonne Petry. Der Verein betreut alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Region, die meisten gehen auf staatliche Schulen. Aber dort passe es nicht immer, so Petry, "da ist die Hilfe der Waldorfschule viel wert".
16 bis 18 Jahre alt sind die sechs aufgenommenen Flüchtlinge. Sie kommen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und anderen Ländern. Und sie haben einen schweren Weg hinter sich.
Zurzeit befassen sich Waldorfschüler aus dem zehnten Jahrgang in einem Vertiefungsmonat mit dem Thema Flucht. Sie haben· mit älteren Zeitzeugen gesprochen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat fliehen mussten - und jetzt mit ihren eigenen Mitschülern.
Plötzlich ist es ganz still im Raum. Leise erzählt Awet von seiner Flucht vor fast vier Jahren "aus einer ganz schlimmen Diktatur" in Eritrea, von den Strapazen in Flüchtlingslagern in Äthiopien und Libyen, von Todesdrohungen des IS, weil er Christ ist, von der Überfahrt mit einem kleinen Boot nach ltalien, wo er krank und unterernährt ins Krankenhaus musste. "Ich hatte oft so Angst", antwortet Awet offen auf die Frage einer Mitschülerin. Auch Abdul ist ohne seine Eltern nach Deutschland gekommen. Ein Bruder in Göttingen, seine Eltern und andere Geschwister sind in Syrien geblieben - "obwohl in unserer Stadt alles kaputt ist", sagt der 16-Jährige. Immer wieder habe er Grenzer, Fluchthelfer und IS-Leute bestechen müssen, um weiter zu kommen. Unzählige Verhöre habe er erlebt: in der Türkei, in Serbien, in Ungarn. "Das ist schon hart, was sie er lebt haben", sagt die 14-jahrige Waldorfschülerin Lea. Und es sei gut, "dass die hier so gut aufgenommen werden und klar kommen", ergänzt ein Mitschüler. Hier lernt Abdul jetzt vor allem Deutsch und mag am liebsten Mathe - er will später in die Naturwissenschaften. Awet hofft erst einmal auf den Realschulabschluss.
Bevor die Waldorfschule sie aufgenommen hat, habe es intensive Gespräche gegeben. "Das machen wir bei allen so", sagt Hänel, "wir achten schon darauf, dass auch die geflüchteten Schüler zu uns passen und wir mit unserem besonderen Konzept zu ihnen". 
Probleme gebe es aber zunehmend bei der Finanzierung, bedauert die Geschäftsführerin der Schule, Susanne Evertz. Jetzt hoffe sie auf Paten, die das Schulgeld der Flüchtlinge übernehmen, oder auch den einen oder anderen Eltern-Arbeitseinsatz. Interessierte können sich unter Telefon 0551 / 90 03 63 80 melden. 

Ohne Eltern unterwegs

Fast 350 minderjährige Flüchtlinge ohne Elternbegleitung betreut die Jugendhilfe Süd-Niedersachsen zurzeit. Davon sind 40 in Gastfamilien untergebracht - es sind die Jüngsten. 307 leben recht eigenständig in betreuten Wohngruppen, erklärte die Fachbereichsleiterin Yvonne Petry - sie sind zwischen 16 und 20 Jahre alt. Etwa 40 der Kinder und Jugendlichen sind Mädchen. Fast alle gehen zu einer Schule, die älteren überwiegend an eine Berufsbildende Schule. Die Kooperation mit den Schulen sei immer sehr gut, "wir stehen in einem engen Austausch", so Petry. Immer wieder suche die Jugendhilfe neue Gastfamilien, fügte sie an. Sie können sich telefonisch unter 0551/9995 89 32 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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