„Forró Sozial“

Tanzen, sich in entspannter, familienfreundlicher Atmosphäre, folkloristische Musik genießen und über den (Spenden-)Eintrittsbeitrag die „Sozialgemeinschaft e.V.“ unserer Schule stärken. Das ist „Forró Sozial“! Forró ist ein brasilianischer Tanz- und Musikstil, der Ende der 90er Jahren von Studenten wiederentdeckt wurde.

Die ersten „Forró Sozial“ finden am 27. Mai (Sonntag) und am 16. Juni (Samstag) von 16 - 19 Uhr im Südflügel statt.

Eine Einführung mit den ersten Schritten – sodass jeder den Nachmittag auf der Tanzfläche genießen kann – wird von 15 - 16 Uhr geben. Man braucht für den Abend keinen Tanzpartner mitzubringen, es wird barfuß oder mit flachen Schuhen getanzt und Menschen jeden Alters – sowie Gäste (auch von außerhalb) – sind herzlich Willkommen. Eine Aufenthaltsmöglichkeit für Kinder (ohne Betreuung) ist vorhanden (gern auch eigene Spiele mitbringen).

Was ist eigentlich Forró?

Brasilien ist eine ganze Mischung. Von den Ureinwohner (Índios), bis zu den afrikanischen Sklaven, mit großen europäischen Einflüssen und unzählige asiatische Einwohner. Es sind alle da. So eine Mischung spiegelt sich natürlich auch an die kulturelle Manifestationen, dementsprechend auch an die verschiedenen Tanzarten Brasiliens.
Forró ist im Prinzip der Begriff für eine Feier, wo eine Sequenz von nordostlichen Rhythmen getantzt und gespielt wird. Einige diese Rhythmen sind coco, xaxado, baião, xote, arrasta-pé (ou quadrilhas) und der Forró selbst, aber viele anderen brasilianischen Tanz- und Musikrichtungen haben selbstverständlich den Forró inspiriert (zwischen viele anderen sind Samba, Maracatu, Carimbó, Rojão, Caboclinho, Frevo und Siriri zu erwähnen).
Man sagt „hey, lass uns zum Forró gehen!“, oder „wollen wir ein Forrózinho tanzen?“

Coco de Roda
Die vielleicht älteste Ursprung des aktuellen Forrós. Coco ist nicht nur ein Rhythmus, sondern auch eine Körpersprache, eine Philosophie, eine Gemeinschaftskraft. Es war eine Kommunikation zwischen Índios- und Afrikanischen Sklaven und ist das Ergebnis von dieser Mischung.

Xaxado
Xaxado war der Tanz der „cangaceiros“, die Räuber-Bande von Lampião – genannt Robin Hood vom Sertão. Getanzt wird im Kreis, der rechten Fuß markiert den 3. und den 4. Takt seitlich, der linke Fuß wird herangezogen, in einer schnellen und bodennah Bewegung, während das Gewehr am Boden gestampft wird. Der Name des Tanzes kommt aus den Geräuchen der Sandalien am Boden.

Baião
Der Baião ist der populärste der Musikgenre des Forrós. Es ist eine Mischung aus den Melodien der „cantadores de viola“ (ländlische Gitarrenspieler) mit einem Rauch von Maracatu und Coco, die Luiz Gonzaga – der „Rei do Baião“ („König des Baiãos“) – zusammengewürfelt hat und in den 1940er Jahren den Namen gegeben hat. Baião hat ein Binär-Rhythmus, ähnlich dem afrobrasilianischen Folkstanz Lundu (Sambas Ursprung). Der afrikanischen Lundu wurde nach Nordosten Brasiliens mit dem Namen „Baiano“ mitgebracht.
„Ist das wirklich dein, Luiz?“
Luiz Gonzaga schrieb mehr als 700 Lieder. Als Antwort für die obige Frage gab er lachend: „Ich glaube schon!“. Ihm war klar, er hat nicht alles Erfunden, sondern es gibt vieles folkloristisches aus seinen ländlichen Erinnerungen dabei. Im ländlichen Nordosten (sertão) gab es wenig Bedeutung zur Komposition: „Es ist, als ob die Melodien mit uns geboren wurde. Wir alle waren Künstler und hatten Rechte über das Lied“, so Luiz.

Xote
Im Gegensatz zum Coco hat der Xote europäischen Ursprung und ist aus den Tanzballen der Aristrokaten am Ende der XIX Jahrzehnte gekommen. Dieser schottische/deutsche/hungarische Tanz wurde in den ländlichen Regionen Brasiliens verbreitet und sich selbstverständlich modifiziert zu einem „xote malandro“ („Schlingel-Xote“), oder auch „xote de forró“. Sowie der „Baião“, hat Xote ein Binär-Rhythmus, langsamer als Polka.

Arrasta-pé
Arrasta-pé wird bei einem schnelleren Rhythmus getantzt und bringt die Beschreibung des Tanzens in seinem Namen: „Fuß-Schleppen“. Tradizionel im (brasilianischen winterlichen) Juni werden die „Festas Juninas“ im Gedanken der römisch-katholischen Heiligen Santo Antônio (Heiliger Antonius von Padua am 13. Juni), São João (Heiliger Johannes am 24. Juni), São Pedro und São Paulo (Heiliger Peter und Heiliger Paul am 29. Juni) gefeiert. Hier werden dann im Arrasta-pé-Rhythmus einen Gemeinschaftstanz Namens „Quadrilha“ (mit Ursprung in dem französichen „quadrille“ der XII Jahrhundert und in Brasilien seit dem Jahr 1603 – modifiziert mit dem Instrumenten „Pandeiro“, „Zabumba“, Triangel und Acordeon) inziniert.

Forró wird unterteilt in:

1) Forró tradicional (forró pé-de-serra)
Karakteristisch war die Welt / das alltägliche Leben der Nordosten Brasiliens Einwohner in den 30/40er. Ursprünglich gespielt von Dreier-Bands: mit Rabeca / Pífe, Triangulo und Zabumba. Die Rabeca wurde dann durch die Sanfona (Fole ou Acordeom) ersetzt.
Der Tanz ist eher simpel, mit wenig Drehungen und studierte komplexe Formationen. Luiz Gonzaga, Jackson do Pandeiro und Dominguinhos sind die meist bekannten Musiker diese Generation.

2) Forró universitário
Hatte seine erste Phase in 1975, nachdem viele Einwohner Nordostens Brasiliens nach Südosten wanderten und die Studenten diesen Tanz entdeckt haben. Gilberto Gil, Alceu Valença, Zé Ramalho, Elba Ramalho und Geraldo Azevedo waren einer der Bekanntesten.
Am Ende der 90er Jahren wurde die zweite Phase des Forró Universitários geboren. Es wurden oft mit anderen Instrumenten (wie Schlagzeug, Bassgitarre, Saxofone, Violine,…) ausprobiert und mit anderen Musikgenre gemixt (Rock`n Roll, Funk, Reggae,…). Diese Variationen in der Musik brachten auch im Tanzstill mehrere Drehungen, „Moves“. Die Recordlabel haben es bemerkt und mit gewissen Marketing den Namen „Forró Universitário“ gegeben. Die bekanntesten Bands sind: Falamansa, Bicho de Pé und Forróçacana.

3) Forró eletrônico
Noch in den 90er, als mit anderen Instrumenten ausprobiert wurde, kamen einige Gruppen mit etwas jungeren Vokabulär, ausfallende Klammoten und mit vielen elektronischen Instrumenten (Acordeon wird in manche Fällen sogar durch einen elektronischen Orgel getauscht). Viele Musiker nannten diese Version des Forrós als „Forró de Plástico“ (Forró aus Plastik): es wurde so viel geändert, dass man nicht mehr sagen kann, dass es Forró ist. Hier sind Frank Aguiar, Genival Lacerda, Mastruz com Leite und Calypso bekannten Namen.

Forró in der heutigen Welt:
Inzwischen tanzt man Forró jedoch auf der ganzen Welt. In Portugal, Frankreich, Russland, Finnland, England, Holland, Spanien, Italien, Schweden, Österreich, in der Schweiz,… Auch in Aachen („Forró Aachen“), Berlin („Tome Forró“), Frankfurt („Casa do forró de Frankfurt“), Freiburg („Forrózin Freiburg“), Hamburg („Projeto Forró de Hamburgo“), Heidelberg („Forró Daki“), Köln(„Forró de Colônia“), München („Munique dança forró“) und Stuttgart („Forró de domingo“) erfreut er sich zunehmender Beliebtheit. Und jetzt auch bald in Göttingen („Forró Sozial“).
Forró wird Barfuß oder mit flachen, einfachen Schuhen getanzt. Die Verbindung zur Erde und die Verbindung zur Natur sind wichtige Komponente dieser Musik und ihr charakteristischer Tanz. Das Tanzpaar bewegt sich synchron zueinander im Rhythmus der folkloristischen Klänge. Die körperliche Nähe mag anfangs ungewohnt sein, wird jedoch erstaunlich schnell als selbstverständlich empfunden. 

Neugierig? Hier findet man eine sehr gute Auswahl an Forró-Lieder. 

Was ist „Forró Sozial“?

Tanzen, sich in entspannter, familienfreundlicher Atmosphäre besser kennenlernen, folkloristische Musik genießen und über den (Spenden-)Eintrittsbeitrag dem „Sozialgemeinschaft e.V.“ unserer Schule stärken. Das ist „Forró Sozial“!
Der Forró Sozial ist offen für jede Altersgruppe und für ALLE (Tanz-)Interessierte. Jeder Forró-Abend beginnt am Nachmittag mit einem Schnupperkurs (60 Minuten). Der Schnupperkurs möchte allen (vor allen Einsteiger) in die Lage versetzen, den Rest des Abends tanzend zu verbringen und genießen zu können. Gezeigt werden die Grundschritte des Forrós und auch schon die eine oder andere Drehung.
In diesem Schuljahr starten wir das Projekt mit zwei Termine: am 27. Mai (Sonntag) und am 16. Juni 2018 (Samstag). Falls das Forró-Tanz-Virus, wie in vielen anderen universitären Städte Deutschlands, auch in Göttingen ausbricht, kann das Projekt „Forró Sozial“ im kommenden Schuljahr (2018/2019) monatlich, oder sogar jede zweiten Woche stattfinden...

Der Forró Sozial findet im Südflügel statt. Im Foyer (unten) sind Sitzgelegenheiten, auf der Bühne ist die Tanzfläche. An der Küchenzeile ist der Getränkeverkauf. Die Getränkeausgabe läuft per Selbstbedienung: Wir stellen die Getränke hin, legen die Preise fest und jeder, der sich bedient, tut das Geld in die Getränkekasse.
Damit einer familienfreundlichen Atmosphäre entsteht, ist eine Aufenthaltsmöglichkeit für Kinder vorhanden, jedoch keinen Aufsichtsperson eingeteilt (gern eigene Spiele mitbringen).
Man braucht für den ganzen Abend keinen Tanzpartner mitzubringen, es wird barfuß oder mit flachen Schuhen getanzt und Menschen jeden Alters – sowie Gäste (auch von außerhalb) – sind herzlich Willkommen zum Tanzen. Auch der Schnupperkurs kostet nichts.
Als Eintritt bitten wir um einen Spendenbeitrag. Die Spenden gehen komplett zum „Sozialgemeinschaft Göttingen e.V.“. Die entstehenden Kosten decken wir ausschließlich durch den Verkauf am Getränkestand.
Auch das Saubermachen nach dem Tanzen ist eine gemeinsame Aktion der Tanzgemeinschaft.

Programm:
15 Uhr:

Beginn des Schnupperkurses

ab 16 Uhr:
Freies Tanzen

19 Uhr:
gemeinsames Aufräumen / Ende

Und langfristig …
… träumen wir davon, dass Forró Sozial weitere Sozialprojekte entzündet.

Wie viel war es Wert?
Natürlich wissen wir, dass die Tanz-Nachmittage unbezahlbar sind. Den Gewinn kann man nicht an Geld messen. Aber eine kleine Spende ist gewünscht. Die Spenden der Eintritttsgelder werden komplett weiter an den „Sozialgemeinschaft Göttingen e.V.“ weitergegeben.
Was ist „Sozialgemeinschaft Göttingen e.V.“?
Es ist der Sozialfond der Waldorfschule Göttingen. Die Waldorfschule ist eine Schule, in der Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten miteinander lernen als Beitrag zu einer sozial gerechteren Gesellschaft, so war einer der Gedanken Rudolf Steiners vor 100 Jahren. Weitere Infos hier.